Stress

BLOGBEITRAG ZUM NACHHÖREN

Von Karoline Poitz

Gesundheitspsychologin

Dauerhafter Stress - Auswirkungen und Tipps dagegen

Jeder von uns reagiert auf Stress anders, der eine bekommt Kopfschmerzen, der andere leidet unter schlechter Stimmung und fühlt sich ausgelaugt. Die Folgeerscheinungen können sehr vielseitig sein und betreffen Körper, Psyche und Geist. Häufig treten auch psychosomatische Krankheitsanzeichen auf, die gar nicht so leicht als solche aufzudecken sind. Fakt ist, wenn Sie unter permanenten Stress leiden, kann das gefährliche Konsequenzen für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden haben, weshalb Sie bereits erste Anzeichen ernstnehmen sollten.

Typische Stresssymptome

Symptome, die mit Stress in Zusammenhang gebracht werden, lassen sich in vier Kategorien einteilen:

  • körperliche, 
  • mentale / geistige,
  • psychische und
  • das Verhalten betreffende.


Zu den körperlichen Folgen lassen sich zum Beispiel Kopfschmerzen, Magenprobleme, Verspannungen oder Zittern zählen. Geistige oder mentale Folgen sind unter anderem Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungseinbußen oder verlängerte Reaktionszeiten. Typische psychische Beschwerden sind Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit, Verlust von Interessen und Freude, depressive Stimmung, Angst- und Panikzustände oder Resignation. Im Verhalten lässt sich übermäßiger Stress durch einen ungesünderen Lebensstil, zum Beispiel veränderte Essgewohnheiten, übersteigerte Reaktionen (zum Beispiel auffällig aggressives Verhalten) oder vermehrten Konsum von Alkohol, Nikotin oder Kaffee erkennen. All diese Erscheinungen sind natürlich kein Alleinstellungsmerkmal für Stress, sondern können auf eine Vielzahl anderer psychischer oder physischer Probleme hindeuten.

Dauerhafter Stress macht krank

Stehen wir unter Stress reagiert unser Körper mit verschiedenen Stressantworten. Diese sind erst mal biologisch sinnvoll, denn unser Körper ist auf Kampf oder Flucht programmiert. Unser biologisches Stresssystem rührt aber noch aus einer Zeit, in denen Flucht und Kampf unser Überleben sicherten. Hätten wir einfach entspannt abgewartet, wäre es kaum möglich gewesen, zu überleben. Das ist heute aber nicht mehr der Fall, wir haben es in der Gegenwart mit ganz anderen Stressoren zu tun. Da wären die Arbeit, Familie, die Doppelbelastung aus beidem, Leistungsdruck, der Druck sich selbst optimieren zu müssen, etc. Kein Wunder, dass es irgendwann zu eindeutigen Warnsignalen von Körper und Seele kommt. Die Folge ist, dass Ihr Körper kontinuierlich Kortisol ausschüttet und das macht irgendwann krank. Es entsteht dann ein Ungleichgewicht aus Oxidantien und Antioxidantien. Diese Dysbalance führt dazu, dass oxidativer Stress entsteht. Dieser entwickelt sich vor allem durch die Freisetzung von sogenannten freien Radikalen.

Tipps gegen Stress

Wenn Ihnen Stress zu schaffen macht und Ihre Gesundheit bereits beeinflusst, sollten Sie unbedingt etwas an Ihrem Leben ändern. Stress, eine ständige Kortisolausschüttung und permanentes Leben über das persönliche Limit hinaus, gehen auf Kosten Ihrer Gesundheit. Ein häufiger Stressor sind Überforderung und Probleme auf der Arbeit sowie private Konflikte im familiären, partnerschaftlichen oder auch freundschaftlichen Bereich. Unser Tipp: Sie sollten das Gespräch suchen und versuchen, die Situation aktiv zu verändern. Wenn das nicht möglich ist, achten Sie auf eine gute Work-Life-Balance, das heißt einen Ausgleich zur stressigen Arbeit schaffen. Es ist essenziell für ein gesundes und glückliches Leben, dass Sie sich Inseln im Alltag schaffen, in denen Sie Kraft schöpfen und zur Ruhe kommen können. Fühlen Sie häufig eine starke Erschöpfung oder Motivationslosigkeit, ohne dass Sie eine bestimmte Ursache nennen können? Dann könnte auch eine Depression oder ein Burnout (Erschöpfungsdepression) dahinterstecken. Bei länger anhaltenden Symptomen, die auf eine Depression hindeuten, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen. Eine gute erste Anlaufstelle ist hier der Hausarzt, dieser wird mit Ihnen besprechen, wie es weitergeht und Sie an die entsprechenden Stellen weiterleiten.

Saisonale Erschöpfung

Kommen Müdigkeit, Lustlosigkeit und ein verminderter Antrieb vor allen in den Wintermonaten vor, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit der sogenannte Winter Blues dahinter. Dabei handelt es sich um eine saisonale Depression, die ein häufiger Stressverstärker ist. Häufig geht diese auch mit Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsabfall einher. Sie wollen alles auf der Arbeit geben, können aber einfach nicht. Menschen, die unter der Winterdepression leiden, reagieren auf den Lichtmangel im Winter. Zu den hilfreichsten Strategien gegen das triste Wintergrau gehören das regelmäßige Aufhalten an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung. Leiden Sie wiederholt darunter, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Allgemein bitten wir Sie, dass Sie die Stressauswirkungen ernstnehmen und diese keinesfalls ignorieren. Wenn Körper und Seele nach Hilfe schreien, haben Sie meist schon zu lange gewartet!

Fazit

Jeder von uns leidet mal unter Stress - das bringt das Leben in der heutigen Gesellschaft zwangsläufig mit sich. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen und wie lange wir warten, bis wir etwas dagegen tun. Ignoranz ist noch nie ein guter Ratgeber gewesen - vor allem nicht bei Stress.