Darmgesundheit

Von Ilka Wessenhagen

Journalistin für Gesundheit, Beauty und Wellness

Funktionen des Darms und wie Sie ihn unterstützen können

Im Zusammenhang mit der Gesundheit liest man immer häufiger, dass der Darm eine Art zweites Gehirn darstellt. Tatsächlich hat der Darm eine viel größere Bedeutung für den menschlichen Organismus, als das Aufnehmen und Verdauen von Nahrungsbestandteilen. So ist der Darm ein großes Organ mit einer Vielzahl von Funktionen.

Aufbau und Funktion des Darms

Der menschliche Darm reicht vom Magenausgang bis zum After und schafft es auf eine unglaubliche Länge von etwa 5 bis 7 Metern. Seine gesamte Oberfläche umfasst ganze 32 m². Er unterteilt sich im Wesentlichen in den Dünn- und Dickdarm und hat an der Darmwand sogenannte Darmzotten, die für die Resorption von Nährstoffen zuständig sind. Obwohl die Hauptaufgabe dieses großen Organs das Zerkleinern, Aufspalten und Verdauen von Nahrung ist, hat er noch eine Vielzahl weiterer wichtiger Funktionen. So reguliert er nicht nur den Wasserhaushalt, sondern produziert Hormone sowie Botenstoffe und bildet einen Großteil der Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems. Zudem ist der Darm mit unzähligen Mikroorganismen - darunter etwa 99 Prozent aller Bakterien, die den menschlichen Körper bewohnen - besiedelt. Diese Mikroorganismen werden in ihrer Gesamtheit auch als Mikrobiom oder Darmflora bezeichnet, welche bei einem Ungleichgewicht Allergien - vor allem Autoimmunerkrankungen - auslösen können. Einen gesunden Darm erkennen Sie insbesondere an einer funktionierenden Verdauung. Ist diese jedoch gestört und leiden Sie längere Zeit unter Blähungen, Verstopfungen, Durchfall oder entdecken gar Blut im Stuhl, kann die Darmgesundheit ernsthaft gestört sein und sollte von einem Internisten untersucht werden.

Die Hauptaufgabe des Darms: Verstoffwechselung

Der Aufbau des Darms und die Zusammensetzung der Darmflora machen es möglich, dass die durch den Mund aufgenommene und im Magen vorverdaute Nahrung im Darm bis in die kleinsten Bestandteile zerkleinert werden. Dabei schließen die Darmbakterien die Nahrungsbestandeile unter Zusatz von Verdauungssäften auf und geben diese Einzelbestandteile an die Körperzellen weiter. Ist diese Verstoffwechselung jedoch gestört, kann es zu Mangelerscheinungen oder schweren Krankheiten kommen.

Mikro- und Makronährstoffe

Bei der Verstoffwechselung wird meist zwischen Mikro- und Makronährstoffen unterschieden. Dabei werden Makronährstoffe in großen und Mikronährstoffe in kleinen Mengen benötigt. Zu den Makronährstoffen zählen hier Eiweiße, Fette und Stärke. Sie stellen die lebenswichtigen Zellfunktionen sicher. Mikronährstoffe hingegen sind für die Entwicklung, Zell- und Gewebeerneuereungen wichtig. Zu ihnen gehören Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Falsch angesiedelte Darmbakterien - ab wann braucht der Darm Hilfe?

Sobald es Anzeichen für eine nicht richtig funktionierende Verdauung wie Durchfall, Über- oder Untergewicht, Blähungen oder Mangelzustände gibt, sollten Sie eine ernsthafte Störung der Darmflora in Erwägung ziehen. Möglicherweise überwiegen manche Bakterienstämme, beispielsweise in der Folge von Antibiotikatherapien, oder der Darm ist mit Pilzen besiedelt. Dann kann die Verstoffwechselung aus dem Gleichgewicht geraten sein, weshalb die Darmflora wieder aufgebaut werden sollte.

So können Sie die Darmgesundheit unterstützen

Durch eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen und der Einnahme von Probiotika können Sie Ihrer Darmflora etwas Gutes tun und sich in leichten Fällen regelmäßig den Gang zum Arzt ersparen. So sollten vor allem Gemüse, aber auch Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan stehen und Industriezucker sowie verarbeitete Lebensmittel gemieden werden. Hilfreich können für eine Darmsanierung schließlich auch eine zunächst durchgeführte Darmentleerung beispielsweise durch einen Einlauf sein.

usercartcrossmenuchevron-downarrow-up